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Museum Schloß Burgk
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Historie

Malerisch auf einem Felsplateau hoch über der Saale gelegen, beeindruckt die einstige Burg der Vögte und Herren von Gera und Plauen und spätere Reußische Residenz Schloß Burgk mit historischen Repräsentations- und Wohnräumen und einem gewachsenen Bestand an historischem Interieur.

 

Schloß Burgk ist eine der wenigen erhaltenen spätmittelalterlichen Burgen Thüringens und der einzige vollständige Neubau dieser Zeit. Trotz Umgestaltungen verlor die Anlage in der Gebäudekonfiguration nie ihren spätmittelalterlichen Charakter. So umschließen noch heute beeindruckende Wehranlagen aus dem 16. Jahrhundert ein Gebäude, das hinter seiner schlichten Fassade zahlreiche Kostbarkeiten birgt.

 

Das älteste erhaltene Dokument, eine Verpfändung der Burg(k) an den Deutschen Orden, datiert in das Jahr 1365. Die zweite glaubwürdige Nachricht berichtet über den Abbruch eines alten Schlosses 1403 und einen Neubau im selben Jahr unter Heinrich VII., Herr von Gera (1341- urk. bis 1420). Die „Dreiflügelanlage“ bildet bis heute den Kern des Schlosskomplexes.

 

1513 nahm Heinrich XV., der Jüngere (urk. 1496 -1550) seinen Wohnsitz auf der Burgk und veranlasste umfangreiche Innenausbauten, bei denen der wohnliche und repräsentative Ausbau der Burg im Vordergrund standen. Erst 1544/45 erhielt  Burgk aufgrund sich anbahnender militärischer Konflikte mit Zwingerbefestigung und Rotem Turm seinen wehrhaften Charakter.

 

Im Schmalkaldischen Krieg fällt Burgk an die Burggrafen von Meißen. 1596 geht die Anlage in Besitz der älteren Linie Reuß (ä.L.) über und verbleibt in deren Eigentum bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Heinrich II. Reuß ä. L. (1575-1639) begründet 1616 die erste selbständige Herrschaft Burgk. Unter ihm erfolgt der Ausbau zum Residenzschloss.  Der Küchenbau mit dem imposanten 21,5 m hohen Kamin wird errichtet, der Rittersaal erhält seine hölzerne, mit vegetabilen Motiven und Rollwerkkartuschen bemalte Decke, die mittels eines Hängesprengwerks die gesamte Grundfläche des Raumes stützenfrei überspannt. 1624/25 wird die Schlosskapelle erweitert. Das Schnitzwerk der überaus prächtigen Kanzel stammt aus der Hand des Schleizer Bilderschnitzers Hans Balbierer, von Paul Keil  die fünf in die Empore eingelassenen Tafelbilder. Ebenfalls Hans Balbierer wird das „Burgker Bornkinnel" zugeschrieben.  Der in kostbare Kleider gehüllte Christusknabe wurde in der Weihnachtszeit auf den Altar gestellt - eine im Vogtland bis ins 18. Jahrhundert gelebte Tradition.

 

1668 wird unter Heinrich II. Reuß ä. L. (1634-1697) das Zweite Haus Burgk begründet. Sichtlich stolz zeigt ihn ein großformatiges Gemälde im Rittersaal, das vermutlich 1673 anlässlich der Erhebung in den Reichsgrafenstand in Auftrag gegeben wurde.

 

Mit dem Tod Heinrich II. und  der Zentralisierung der Reußischen Herrschaft in Greiz diente Burgk seit 1697 als Jagd- und Sommerschloss. Die Räume erfuhren stets modische Anpassungen und weisen daher eine vielgestaltige Baugeschichte auf.

 

So brachte von 1733 bis 1768 die Regentschaft Heinrichs III. Reuß-Untergreiz (1701-1768) eine künstlerische Blüte für Schloß Burgk. Bergfried und Torhaus wurden abgebrochen, die Nordostecke neu errichtet, Fenster vergrößert und vereinheitlicht . Vermutlich erfolgte in dieser Zeit auch die Anlage des großzügigen Treppenhauses. Weiter wurden die Innenräume in barocker Manier ausgestaltet. Der Kleine Saal erhielt seine monumentalen Wandgemälde mit Szenen aus Vergils Äneis, der Damensalon und die ‚Weißen Zimmer‘ bemalte Leinwand- oder kostbare Seidentapeten sowie Tapisserien aus der Berliner Manufaktur Charles Vigne.  Alle Räume der  bel étage wurden mit Kristalllüstern ausgestattet. Den eleganten Stuckdekor fertigte Johann Georg Schmidt (Lebensdaten unbekannt).

 

1742 wurde mit Gottfried Silbermann der seinerzeit  berühmteste Orgelbauer Mitteldeutschlands verpflichtet, in der Schloßkapelle eine Orgel zu bauen. In Konzerten kann die Klangschönheit des 1743 geweihten Instruments, das bis heute in der originalen Chortonlage erklingt, genossen werden. Die Orgel zählt zu den wertvollsten Instrumenten Mitteldeutschland und ist ein Kulturdenkmal von nationalem Rang.

 

Wenige hundert Meter von der Burganlage entfernt liegt auf dem ehemaligen Schlingenberg der Sophienpark. Größer könnte der Kontrast nicht sein als zwischen dem 1751-1753 im Park errichteten lichtdurchfluteten Schallhaus und den alten Burgmauern. Der von Johann Georg Schmidt mit prächtigen Stukkaturen geschmückte Rokokopavillon, bietet auch heute Musikern eine perfekte Akustik. Den Park zieren Sandsteinplastiken des Geraer Hofbildhauers Johann Wilhelm Rockstroh (um 1697-1758).

 

1778 wird die ältere Linie in den Fürstenstand erhoben. 1886 lässt Heinrich XX. das Prunkzimmer  unter Einbeziehung des Barocken Alkovens einrichten. Vergleichbare vollständige Raumensembles sind äußerst selten.

 

Burgk bleibt bis 1945 Sommersitz, in den aus Greiz so manches lieb gewordene Stück oder auch Kuriosum gebracht wird. So finden sich neben dem über Jahrhunderte gewachsenen Bestand an Gemälden, Möbeln, Waffen, Zinn, Porzellan und Gläsern auch Objekte, die im Zuge der Fürstenenteignung nach 1920 in Burgker Sammlung Aufnahme gefunden haben. Der reiche Bestand und die originalen Raumausstattungen erklären dem Besucher die Geschichte der Kunst am Beispiel einer kleinen und an Zerwürfnissen reichen Herrschaftsgeschichte.

 

1952 wurde Museum eröffnet und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem kulturellen Zentrum Ostthüringens und des Vogtlandes. Heute befindet sich das Haus in Trägerschaft des Saale-Orla-Kreises und gehört zu den Museen Thüringens, deren Attraktivität sich in den Besucherzahlen unmittelbar widerspiegelt. Konnten ab 1952 vereinzelte Bauarbeiten und Restaurierungen den Bestand notdürftig sichern, wurde 1980 eine schrittweise und systematische Restaurierung am gesamten Schlosskomplex sowie zahlreichen Kunstobjekten eingeleitet, die bis heute weitergeführt wird.

 

 

Museum Schloß Burgk

Burgk 17
07907 Schleiz

 
ÖFFNUNGSZEITEN

Das Museum ist regulär geöffnet!

 

April bis Oktober:

Di bis So 10 bis 18 Uhr
November bis März:
Di bis So 11 bis 16 Uhr

 

Letzter Einlass jeweils 30 Min. vor Schließung.
Montags sowie am 24./25./31. Dezember geschlossen.

Alle übrigen thüringenweiten Feiertage – dann auch montags - geöffnet.

 
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